Sprunggelenk und Fuß


Arthrose des Sprunggelenks

Wenn jeder Schritt weh tut

Es fängt an mit Schmerzen bei jedem Schritt und führt schließlich zu stark eingeschränkter Beweglichkeit: Bei fortgeschrittener Arthrose im Sprunggelenk kann man etwa nicht mehr in die Hocke gehen, da dazu das Gelenk maximal gebeugt werden müsste.

Das Sprunggelenk ist eines der am stärksten belasteten Gelenke des Körpers. Bei jedem Schritt wird ihm die gesamte Körperlast aufgebürdet. Gesteigert wird die Beanspruchung noch durch Übergewicht, belastende Sportarten, Unfälle (z.B. Umknicken des Fußes) und Fehlstellungen (Knick-Senk-Spreizfuß). So kann es schließlich wie bei jedem anderen Gelenk zu schmerzhaften Verschleißerscheinungen kommen.

Behandlung: medikamentöse Therapie, SpritzenMagnetfeld-TherapieTapeverbandknorpelchirurgische Maßnahmen (wie beim Knie)

Bänderverletzung / Bänderriss

Wenn ein falscher Schritt schmerzhafte Folgen hat

Umgeknickt! Es kann jedem Menschen zu jeder Zeit passieren, ist ärgerlich und schmerzhaft – muss jedoch keine dramatischen Folgen haben. Im Normalfall ist die Bandverbindung zwischen Fuß und Unterschenkel nach einem Umknickunfall gedehnt und nicht gerissen. Häufig tritt ein Bluterguss an der Außenseite des Gelenks auf und meist ist das Gelenk geschwollen und schmerzt bei jedem Schritt. Nach kurzer Ruhigstellung sind die Beschwerden jedoch meist abgeklungen.

Sollte es zu einem Bänderriss gekommen sein, bedarf es einer längeren Schonung. Normalerweise wächst das Band dann von selbst wieder zusammen. Geschieht das nicht, kann sich eine Instabilität des oberen Sprunggelenks einstellen, die sich durch Unsicherheit beim Laufen und häufiges Umknicken äußert. Eine solche Instabilität kann durch äußere Hilfen (hohe stabile Schnürschuhe, Schienen) behandelt werden. Oft ist jedoch eine Operation vonnöten, bei der das zerstörte Band wieder hergestellt wird.

Achillessehnenschmerz

Wenn die Achillessehne überlastet wird

Der Achillessehnenschmerz beginnt meist mit einem Anspannungs- und Dehnungsschmerz. Dabei stellen sich die Schmerzen in der Regel nicht direkt bei der Belastung ein (etwa beim Sport), sondern morgens nach dem Aufstehen oder nach längeren Ruhephasen (sitzen). Unbehandelt schmerzen die Sehnen später bei jeder Belastung. Schließlich wird daraus nach einiger Zeit meist ein Dauerschmerz. Bei lange anhaltenden Beschwerden kann es zu einer spürbaren und druckschmerzhaften Schwellung kommen.

Die Achillessehne stellt die Verlängerung der Wadenmuskulatur zur Ferse hin dar und ist ca. 11 – 12 cm lang und sehr kräftig. Durch wiederholte Belastungen kann es zu kleinsten Rissen in Fasern dieser Sehne kommen. Häufig sind die Beschwerden zunächst so gering, dass man sie vernachlässigt – was dramatische Folgen nach sich ziehen kann. Weitere Ursachen für Achillessehnenschmerzen sind Fehlformen der Ferse, eine Veränderung der Fußform (z.B. Senk-Spreizfuß) oder das Entstehen eines Fersensporns.

Behandlung: AbsatzerhöhungTapeverbandmedikamentöse Therapie, Spritzenphysikalische Therapie (Iontophorese/ Magnetfeldtherapie), Akupunktur, selten Operation 

Fersenschmerz

Wenn man vor Schmerzen nicht mehr richtig gehen kann

Fersenschmerzen entstehen meist aus der Knochenhaut oder aber aus den Sehnenansätzen heraus. Manchmal sind auch knöcherne Veränderungen (z.B. Fersensporn), Überbeanspruchung beim Sport, ein sich durchtretender Fuß („Plattfuß“), Übergewicht oder wiederholte kleine Verletzungen die Ursache.

In der Folge tut jegliche Belastung der Ferse weh ­– und der Fersenschmerz wird immer stärker. Wird die Ursache nicht behandelt, gewöhnt sich der Patient einen Schongang an, was wiederum andere Gelenke beeinträchtigen kann.

Behandlung: Einlagenmedikamentöse BehandlungKrankengymnastikStoßwelle. In seltenen Fällen wird eine Operation nötig.

Senk-Spreizfüße

Wenn der ganze Fuß schmerzt

Diese Fußfehlform hat Auswirkungen auf die gesamte Statik des Körpers. So können Rückenschmerzen häufig mit Senk-Spreizfüßen zusammen hängen. Deswegen sollte eine solche Fehlstatik beim Erwachsenen durch Einlagen korrigiert werden.

 

 

Hallux valgus /
Überbein

Wenn der Ballen hervortritt

Ballenprobleme erkennt auch der Laie mit dem bloßen Auge. Oft ist genau das das Problem.

Denn tritt der Ballen hervor, ist das nicht nur meist mit Fußschmerzen im Bereich des Grundgelenks der Großzehe verbunden – es sieht auch einfach nicht schön aus. Unbehandelt drückt der Ballen mit der Zeit durch das Schuhwerk und ist, je nach Belastung, häufig stark gerötet und manchmal auch offen.

Die Ursache für den hallux valgus ist eine Fehlstellung der Fußknochen, die meist erblich bedingt ist. Bei einer solchen Veranlagung tun modische Schuhe mit High-Heels und engen Spitzen ein Übriges zur Entstehung des hallux valgus. Manchmal beginnen sich diese Fehlformen schon in jungen Jahren zu entwickeln.

Bequemeres Schuhwerk und das Tragen von Einlagen können Erleichterung bringen. Letztendlich jedoch hilft dauerhaft nur eine Operation, bei der auch eine optisch ansprechende Korrektur geschaffen wird.

Hallux rigidus / Großzehenarthrose

Wenn der Fuß nicht mehr abrollen kann

Die starke Belastung des Großzehengelenks während des Abrollens bei jedem Schritt kann zu Arthrose (Verschleiß) führen. Ist die dünne Knorpelschicht verschlissen, reibt dann Knochen an Knochen. Das ist nicht nur schmerzhaft, sondern führt im Laufe der Jahre zu einer fortschreitenden Einsteifung des großen Zehs. Die Folge ist, dass der Patient zunehmend über die Aussenkante des Fußes abrollt. Diese Fehlbelastung kann wiederum Beschwerden in anderen Gelenken auslösen. Abrollhilfen unter den Schuhen oder Spezialeinlagen lindern die Symptome.
Dauerhafte Abhilfe schafft jedoch nur eine Operation, durch die die Beweglichkeit wiederhergestellt wird.

Hammerzehen

Wenn sich die Zehen hoch stellen

Von Hammerzehen spricht man, wenn sich die Zehen hochstellen und sich auf ihnen Druckstellen entwickeln. Ursache sind häufig, so wie auch bei Ballenproblemen, ungeeignetes Schuhwerk. Ein sich entwickelnder Spreizfuß führt ebenfalls zur Entstehung von Hammerzehen.

So lange sich die Zehen noch gerade stellen lassen, helfen oftmals Einlagen. Mitunter ist jedoch ein kleiner operativer Eingriff zur Korrektur nötig.