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Schulter


Impingement-Syndrom oder Schulter-Engpass-Syndrom

Wenn sogar Zähneputzen zur Qual wird

Zähneputzen, Haare waschen, einen Pullover anziehen – wenn solche alltäglichen Tätigkeiten vor lauter Schulterschmerzen zur Qual werden, deutet das auf ein Impingement-Syndrom bzw. ein Schulterengpass-Syndrom hin.

Ursache der Schulterschmerzen sind Reizungen, Verletzungen oder Verkalkungen, die zu einer Schwellung des Schleimbeutels führen. Da der Oberarmkopf schon im gesunden Gelenk nur etwa 5 Millimeter Platz hat, um sich zu bewegen, entsteht schnell eine Verengung, die bei jeder Bewegung Schulterschmerzen verursacht. Die Nachtruhe wird dadurch erheblich gestört, Überkopfbewegungen sind kaum noch möglich. Unbehandelt kann es zu einer Einsteifung der Schulter (so genannte „Frozen Shoulder“) kommen.

Behandlung: medikamentös, Spritzen, Krankengymnastik, Operation – und häufig eine Kombination aller drei Therapiearten

Arthrose im Schultereckgelenk

Wenn ein Gelenk so abgenutzt ist, dass es weh tut

Im Gegensatz zum Impingementsyndrom , bei dem die Schulterschmerzen heftig und plötzlich beginnen, wächst der Arthroseschmerz schleichend. Er behindert jedoch das tägliche Leben zunehmend, so dass bei der Schultereckgelenksarthrose Überkopfarbeiten nach einer Zeit mit starken Schmerzen einhergehen. Nachts ist besonders das Liegen auf der Seite schmerzhaft.

Das Schultereckgelenk ist ein besonders enges Gelenk zwischen dem äußeren Schlüsselbein (Clavicula) und dem knöchernen Schulterdach (Akromion) mit nur wenigen Millimetern Platz. Da das Schlüsselbein sich bei Armbewegungen mit bewegt, kann es durch schwere Belastung (bei Sport oder körperlicher Arbeit) und Verletzungen rasch verschleißen. Man spricht dann von einer Schultereckgelenks-Arthrose oder ACG-Arthrose (Arthrose = Verschleiß).

Arthrose bringt meist knöcherne Veränderungen mit sich. Da das Gelenk direkt unter der Haut tastbar ist, bemerkt der Patient häufig eine Schwellung (Knubbel), die auf Druck schmerzhaft ist und bei Bewegungen des Arms über Kopf auch Reibegeräusche verursacht.

Arthrose kann auch im Hauptgelenk der Schulter, zwischen Oberarmkopf und Schulter auftreten. So wie auch in den anderen großen Gelenken des Körpers macht sich dieser Verschleiß in der Regel erst spät im Leben bemerkbar, führt jedoch nicht so häufig zu einer zwingenden Behandlungsbedürftigkeit.

Bei der Arthrose im Hauptgelenk werden alle Bewegungen der Schulter schleichend schmerzhafter, nicht nur Armhebebewegungen.

Behandlung: medikamentös, mit Spritzen, Röntgen-Tiefenbestrahlung, Akupunktur oder durch eine Operation

Kalkschulter

Wenn ein Impingement nicht behandelt wird

Bei chronischer und lang anhaltender Reizung (Entzündung) kann es zu einer sog. Kalkschulter kommen. In der Rotatorenmanschette, den Sehnen der Muskeln des weichen Schulterdachs, entstehen Kalkdepots, die ein Impingement und die damit verbundenen Schulterschmerzen weiter verstärken. Das Liegen auf der Schulter ist dann häufig unmöglich. Die Kalkschulter ist ein häufig vorkommendes Krankheitsbild.

Behandlung: medikamentös, Krankengymnastik, Akupunktur, Stoßwelle, Operation mit Kalkentfernung

Schleimbeutelentzündung (Bursitis)

Wenn eine falsche Bewegung fatale Folgen hat

Entzündet sich der Schleimbeutel unter dem Schulterdach, dann verursacht jede noch so kleine Armbewegung stärkste Schulterschmerzen. Innerhalb einer Woche nehmen die Schulterschmerzen allmählich ab und die Beweglichkeit verbessert sich wieder.

Die Aufgabe von Schleimbeuteln ist es, Gleitbewegungen von Muskeln oder Sehnen an kritischen Punkten wie Knochenkanten oder Knochenvorsprüngen abzumildern. Ständiger, vermehrter Druck auf das Gewebe und erhöhte Belastung führen über einen Reizzustand am Ende zu einer Entzündung. Die kann wiederum zu einem Impingement-Syndrom / Engpass-Syndrom führen.

Behandlung: medikamentös, Krankengymnastik, Akupunktur (besonders hilfreich!), Operation

Rotatorenmanschettenruptur / Rotatorenmanschettenriss

Wenn im Schultergelenk eine Sehne reißt

Manchmal ist ein Unfall die Ursache für einen Riss der Rotatorenmanschette: Ein Sturz auf die Schulter, ein Fall, der mit der Hand abgefangen wird. Bei älteren Patienten kann der Rotatorenmanschettenriss aber auch ohne auslösenden Unfall, einfach auf Grund von Verschleiß auftreten.

Die Rotatorenmanschette ist der Sehnenanteil der Muskulatur, die den Oberarmkopf in der Schulter umgibt und die Drehbewegungen des Oberarms, sowie teilweise auch das Heben des Arms möglich macht. Durch verschleißbedingte knöcherne Veränderungen des Schulterdachs, durch lang anhaltende Reizungen (etwa durch Impingement verursacht), durch starke Belastungen der Schulter, Verletzungen und andere krankhafte Veränderungen kann die Rotatorenmanschette reißen – die so genannte Rotatorenmanschettenruptur. Dabei kann die ganze Rotatorenmanschette betroffen sein, oder aber auch nur Teile. Je nach Ausprägung des Risses der Rotatorenmanschette sind Armbewegungen schmerzhaft, eingeschränkt oder bei einem kompletten, großflächigen Riss überhaupt nicht mehr möglich.

Behandlung: arthroskopische Dekompression und Rotatorenmanschetten-Operation / Rotatorenmanschetten-Naht, Krankengymnastik, medikamentös, Akupunktur gegen die Schmerzen

Schultersteife

Wenn mit der Schulter gar nichts mehr geht

Die „eingefrorene Schulter“ tritt meist bei älteren Erwachsenen auf. Sie äußert sich in einer Schultersteife. Jeder Versuch der Bewegung ist dann mit extremen Schulterschmerzen verbunden.
Ursache ist meistens eine unspezifische, schmerzhafte Entzündung der Schultergelenkkapsel bzw. der Innenhaut, durch die die Kapsel allmählich schrumpft. Mitunter führt aber auch die Ruhigstellung bei einem Schulter-Arm-Syndrom auf (siehe auch Impingementsyndrom als Ursache) zur Schultersteife.
Da es sich bei der Schultersteife um einen schleichend, sich fortentwickelnden Prozess handelt, ist eine rechtzeitige Behandlung zwingend notwendig. Dabei muss vor allem zunächst die Entzündungsursache gefunden und bekämpft werden.

Behandlung: medikamentös, Akupunktur (hier von besonderer Bedeutung), Krankengymnastik, Narkose-Mobilisierung, arthroskopische Operation

Schulterluxation / Ausgekugelte Schulter

Wenn die Schulter auskugelt

Bei Stürzen oder durch Verrenkungen kann man sich die Schulter „auskugeln“ – präzise gesprochen springt der Oberarmkopf aus der Gelenkpfanne. Dabei kommt es immer auch zu Verletzungen der Bänder und manchmal auch der knöchernen Gelenkpfanne. Die Folge ist in jedem Fall, dass der Arm stark schmerzt und vollkommen bewegungsunfähig ist.

Das Schultergelenk ist eines der beweglichsten des gesamten Körpers. Der relativ große Oberarmkopf sitzt jedoch in einer eigentlich fast zu kleinen Pfanne. Dadurch ist die Stabilität des Gelenks besonders abhängig von den Bändern, Sehnen und Muskeln, die es umgeben.

Behandlung: Einrenken, Arthroskopie, Stabilisierende OP bei Luxation, nachfolgend Krankengymnastik, Operation